Wie und wofür man einen Notruf absetzt

Wennigloh. Wie und wofür man einen Notruf absetzt und was alles in einem Löschauto drin ist, das haben die Kinder des Kindergartens „Sonnenland“ jetzt von den Brandschutz-Erziehern der Wennigloher Feuerwehr gelernt.

Dienstagmorgen 9 Uhr: Auf dem Hof des Kindergartens ist es ungemütlich kalt. Nebenan im Feuerwehrgerätehaus machen sich Hauptbrandmeister Nikolaj Schulte, Stadtbrandinspektor Peter Krämer und Unterbrandmeister Lukas Padberg startklar. Startklar machen bedeutet für einen Feuerwehrmann: Einsatzkleidung mit Jacke, Hose und Stiefel anziehen, Helm auf und Handschuhe an. Doch dazu später mehr. Als der Feuerwehrwagen dann Minuten später vor dem Kindergartengebäude hält, sind die Kleinen noch in ihren Gruppenräumen beim Frühstück. Peter Krämer baut derweil eine mobile Leitstelle zum Simulieren von Notrufen auf. Der so genannte „Notrufkoffer“, vor einiger Zeit von der Provinzial-Versicherung und dem Verband der Feuerwehr (VdF) gestiftet, hat an diesem Morgen Premiere. Wenig später sitzen die Schulkindergartenkinder zusammen mit Leiterin Carmen Sölken im Turnraum und Peter Krämer zeigt an großen bunten Tafeln, wie man sich bei einem Notfall richtig verhält. Da sind zum Beispiel die fünf „W“s: Wer ruft an? Wo brennt es? Was ist passiert? Wie viele Verletzte? Warten auf Rückfragen? Oder: „Wenn es im Flur brennt, sofort das Schlüsselloch abdecken und aus dem Fenster um Hilfe rufen“. Anders dagegen, wenn es im eigenen Zimmer brennt. Da solle man unter dem Rauch her kriechen und das Zimmer sofort verlassen. Und natürlich immer nach Papa und Mama rufen, und wenn die nichts hören, weil sie gerade im Garten oder beim Nachbarn sind, selbst die Feuerwehr anrufen. Nach der Theorie stand dann die Praxis auf dem „Einsatzplan“. Mit einem Mobiltelefon konnte jedes Kind die „Leitstelle im Notrufkoffer“ anrufen und einen simulierten Notruf über die „112“ absetzen. Im Nebenraum hatten Nikolaj Schulte und Lukas Padberg die Jüngsten des Kindergartens mit Erzieherin Tanja Döring um sich versammelt. Wichtig war den Feuerwehrmännern hier, die Kinder an das Aussehen einer voll ausgerüsteten Einsatzkraft zu gewöhnen, damit sie sich im Ernstfall nicht aus Angst vor dem bedrohlich wirkenden Lebensretter verstecken und dadurch zu Schaden kommen könnten. Auf die Frage von Feuerwehrmann Nikolaj Schulte: „Warum ist bei unserer Hose der Kniebereich besonders verstärkt?“, antwortete die 4-jährige Carla spontan und richtig: „Damit man beim Feuer darauf krabbeln kann“. Draußen auf dem Hof erklärten die Wehrmänner dann die Bestückung eines Löschfahrzeugs. „Ich hab das Auto schon mal auf dem Schützenfest gesehen“, erinnerte sich Lia (4). Die Kleinen nahmen dann das Fahrzeug und die Ausrüstung ohne Scheu in Augenschein und durften natürlich auch einmal hinter dem Lenkrad oder im Mannschaftsraum Probesitzen. Ein herzliches Dankeschön gab es später vom Erzieherinnen-Team mit der Bitte, im kommenden Jahr auf jeden Fall wiederzukommen um diese schöne und für beide Seiten wichtige Tradition zu erhalten.