25.08.2017  Brandeinsatz  in Arnsberg Herdringen, Fürstenbergstraße  Feuerwehr löscht
1914 – 2014
100 Jahre Feuerwehr in Holzen

04.02.1914
Ein Großbrand zerstört die Biebermühle in Holzen. Fast alle Gebäude brennen ab. ZU diesem Zeitpunkt ist die Holzener Feuerspritze in Eisborn-Mailinde untergebracht.
Der verheerende Brand an der Biebermühle offenbart den unzureichenden Brandschutz in der Gemeinde Holzen und führt zu dem Entschluss, eine freiwillige Feuerwehr in Holzen zu gründen.

22.03.1914
Auf Initiative des Oberförsters Schütte wird die freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Holzen gegründet. Schütte wird erster „Feuerwehrhauptmann“. Vorhandene Ausrüstung, unter anderem eine Spritze, Leitern und Brandhaken, werden von der Gemeinde übernommen.
Die Alarmierung erfolgt durch 5 Schüsse in Folge am Forsthaus, in deren Anschluss zwei Hornisten im Ober- und Unterdorf die Kameraden zum Einsatz „blasen“.

02.06.1914
Ein Spritzenhaus muss her. Auf Beschluss der Gemeindevertretung wird dieses als Anbau an die Scheune des Severinhofes errichtet. Es dient bis 1958 als Unterkunft der Holzener Feuerwehr

1919
Eine neue Feuerglocke wird angeschafft. Hierfür wird Geld im Dorf gesammelt. Die Glocke hängt zunächst am Spritzenhaus auf Severins Hof und wechselt 1929 in den Turm der neuen Schule in Holzen.

12.01.1925
Durch den stellvertretenden Brandmeister Kaspar Schulte wird das „Familienbuch der Pfarrei Oelinghausen“ erstellt. Dieses dient als Grundlage zum Einsammeln der Brandgelder.

08.03.1925
Auf der Generalversammlung wird Georg Prigge zum Brandmeister gewählt, Kaspar Schulte zu seinem Stellvertreter.
Die Alarmierung durch die Hornisten wird auf 3 Bezirke aufgeteilt. Es gilt folgende „Ausrückeordnung“:
die Spritzenmannschaft tritt bei der Spritze an, alle anderen Kameraden an der Brandstelle.
Sofern die Brandstelle nicht ersichtlich ist, versammeln sich alle Kameraden am Spritzenhaus
Die Verpflichtung der Feuerwehrleute erfolgt durch Handschlag:
„Ich verpflichte mich, nach bestem Können, den Statuten gemäß meine ganze Kraft als Feuerwehrmann, in jeder Beziehung voll und ganz im Interesse der Allgemeinheit einzusetzen.“
12.04.1925
Die erste Alarmübung wird durchgeführt. Angenomme Lage: Brand im Schützenzelt. Am Lottenbach wird die Spritze in Stellung gebracht. Unter erheblichen Anstrengungen gelingt es Wasser bis zum Schützenplatz zu pumpen.

20.08.1925
Im Rahmen einer Versammlung beschließen die Kameraden, einheitliche Uniformen zu beschaffen. Die Mittel hierfür werden durch die Gemeindeversammlung und die Feuerversicherung bereitgestellt. Die Ausgabe der neuen Uniformen werden am 25.10.1925 in der Gaststätte Ebel an die Wehrleute ausgegeben.

27.03.1927
Im Rahmen der Generalversammlung im Gasthof Schulte wird beschlossen, dass diejenigen Kameraden, die aus gesundheitlichen oder Altergründen aus der Wehr ausscheiden als „passive Mitglieder“ alle Rechte der „aktiven Mitglieder“ bekommen sollen. Holzen hat eine Ehrenabteilung!

14.04.1929
Es wird beschlossen, die jetzt in den Turm der Schule verlegte Dorfglocke bei Feueralarm zu läuten. Das fünfmalige Schießen beim Forsthaus und das Blasen der Hornisten entfallen..

04.01.1931
Georg Prigge legt sein Amt nieder. Sein Nachfolger als 1. Brandmeister wird Kaspar Schulte.

Januar 1933
Die Nationalsozialisten ergreifen die Macht. Die traditionell demokratische Selbstverwaltung der Feuerwehren wird erheblich eingeschränkt, im Sinne der „nationalen Erhebung“ werden auch die freiwilligen Feuerwehren „gleichgeschaltet“.

15.12.1933
Erlass des „Preußischen Feuerlöschgesetzes“, welches die Feuerwehr als freiwilligen Zusammenschluss von Bürgern abschafft. Erstmals wird das preußische Feuerlöschwesen in eigenen Vorschriften geregelt.

13.01.1934
Ein Runderlass des Innenministers gibt eine Mustersatzung für die freiwilligen Feuerwehren vor. Ein- und Austritt in die Feuerwehr wird durch die Satzung geregelt. Die Feuerwehren werden der Ortspolizeibehörde unterstellt, in der nur eine freiwillige Feuerwehr bestehen sollte. Dies gibt den Ausschlag für die Gründung der Amtsfeuerwehr im Amt Hüsten.
Im März 1934 wird die Amtsfeuerwehr Hüsten gegründet. Die Holzener Wehr wird unter der Bezeichnung „Freiwillige Feuerwehr Amt Hüsten – Löschzug Holzen Nr. 13“ eingegliedert.

05.05.1934
Neben anderen Ausrüstungsgegenständen erhält die Holzener Wehr einen gummibereiften Schlauchanhänger und zwei Steigerleitern.

18.03.1935
Auf einer Versammlung im Gasthof Schulte wird Wilhelm Weingarten als neuer „Löschmeister“ verpflichtet. Im April 1935 nimmt er an einem Löschmeisterkursus in Münster teil.

27.12.1937
Auf Anforderung des Amtswehrführers wird erstmals ein Brandbekämpfungsplan für das Kloster und die Schule in Oelinghausen aufgestellt. Löschmeister Wilhelm Weingarten bemängelt die unzureichende Versorgung mit Löschwasser sowie die spärliche vorhandenen Geräte und Mannschaften – er hält bei einem größeren Brandgeschehen die umgehende Alarmierung einer größeren Nachbarwehr für erforderlich.

23.11.1938
Erlass des Reichsfeuerlöschgesetzes durch den Innenminister. Die Feuerwehr wird zur „technischen Hilfspolizeitruppe“ und damit der Polizei unterstellt. Dies bringt „die Schaffung einer straff organisierten, vom Führungsprinzip geleiteten reichseinheitlich gestalteten und von geschulten Kräften geführten `Polizeitruppe´ unter staatlicher Aufsicht.“ Damit bestimmt der Staat noch stärker über Ausrüstung und Ausbildung der Feuerwehrmänner. Die letzten Elemente der inneren Selbstverwaltung werden damit endgültig beseitigt.

1939
Caspar Schulte scheidet als Brandmeister aus. Nachfolger wird „Löschmeister“ Wilhelm Weingarten.

1939 -1945
Da viele Feuerwehrleute aus Holzen zum Arbeits- und Wehrdienst einberufen werden besetzen zunächst ältere Wehrmänner und Jugendliche die Feuerspritze. In den späteren Kriegsjahren werden auch junge Holzener Frauen im Alter zwischen 19 und 24 Jahren an der Feuerspritze ausgebildet.

Sommer 1945
Ein Löschzug der Feuerschutzpolizei aus Mülheim an Ruhr geht vor Tieffliegerangriffen am Weg nach Holzen in Deckung, wird aber dennoch beschossen und weitgehend zerstört. Aus einem Fahrzeug bleibt eine motorgetriebene Pumpe (TS 8) intakt. Die Spritze wurde auf polizeiliche Anordnung beschlagnahmt und der Holzener Feuerwehr überlassen. Die Pumpe wird auf den vorhandenen Schlauchanhänger montiert und von einem Traktor der Holzener Landwirte zur Einsatzstelle gezogen.

29. und 30.07.1950
Der Leistungs-Wettkampf der Feuerwehren aus dem Amt Hüsten findet rund um die Holzener Schützenhalle statt.

14.02.1956
Der Wehrführer Wilhelm Weingarten verstirbt. Kurz darauf wird Theo Schulte zu seinem Nachfolger gewählt.

27.07.1956
Eine Magirus-Tragkraftspritze TSL 8/8 mit VW-Motor wird angeschafft. Die Mülheimer Pumpe wird ausgemustert. Die neue Pumpe wird wieder auf den Schlauchanhänger montiert.

13.12.1958
Auf einer außerordentlichen Generalversammlung legt Wehrführer Theo Schulte sein Amt zum 31.12.1958 nieder. Als Nachfolger wählen die Kameraden den Feuerwehrmann Josef Deimel

31.01.1959
Das neue Gerätehaus am Bornenkamp wird nach beinahe 2jähriger Planungs- und Bauzeit eingeweiht.

31.12.1960
Die Wehrführung legt ihre Ämter nieder. Zu Beginn des Jahres 1961 wird Johannes Lohölter als Nachfolger gewählt.

1961
Erstmals in ihrer Geschichte erhält die Holzener Feuerwehr ein eigenes Fahrzeug. Es handelt sich hierbei um ein TSFT auf einem VW T1-Fahrgestellt.



1964
Anlässlich des 50jährigen Bestehens wird eine Standarte angeschafft.

1973
Paul Zwerschke wird neuer Wehrführer in Holzen. Die Holzener Feuerwehr erhält ein weiteres Löschfahrzeug – ein LF 8. Dieses ist bis 1988 in Holzen im Einsatz und wechselt dann im Tausch gegen ein LF 16 zum Löschzug Arnsberg wo es bist 2007 Dienst tut.

1975
Im Zuge der kommunalen Neuordnung wird die Feuerwehr Holzen in die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Arnsberg integriert.

1979/1980
Das Gerätehaus wird umgebaut und erweitert.

1982
Das TSFT wird ausgemustert und durch ein TSF auf einem Mercedes 310 Fahrstell ersetzt. Dieses ist bist 2006 im Einsatz.

1988
Tausch des LF 8 gegen ein LF 16 auf Mercedes-Fahrgestellt. Das LF 16 wurde 1979 beim Löschzug Arnsberg in Dienst gestellt und steht bis zum 16.12.2011 in Holzen.

05.10.1995
Ludger Schlinkmann tritt die Nachfolge von Paul Zwerschke an.



08.01.2002
Da Ludger Schlinkmann zwischenzeitlich zum stellvertretenden Wehrführer in der Stadt Arnsberg berufen wurde wird Hans-Martin Lohölter neuer Einheitenführer in Holzen.

2006
Das 1982 angeschaffte TSF hat seinen Dienst getan. Als Ersatz wird ein Tanklöschfahrzeug auf einem Iveco-Fahrgestell in Dienst gestellt. Neben allen erforderlichen Gerätschaften für die Brandbekämpfung ist das Fahrzeug auch mit einem hydraulischen Rettungssatz (Spreizer und Schneidgerät) ausgestattet.

15.01.2008
Hans Martin Lohölter übergibt das Amt des Einheitenführers an seinen Nachfolger Michael Deimel.

2008
Die Löschgruppe Holzen beschafft einen gebrauchten VW Bus. In umfangreicher Eigenleistung wird das Fahrzeug instand gesetzt und seitdem primär für die Holzener Jugendfeuerwehr genutzt.

17.12.2011
Das LF 16 geht in den Ruhestand. Als Ersatz wird ein von der Firma Ziegler gebautes TSF-W auf MAN-Fahrgestell in Dienst gestellt. Ausgestattet mit einer Tragkraftspritze und einer fest eingebauten Pumpe verleiht das Fahrzeug der Holzener Feuerwehr zusätzliche Schlagkraft.

15.07.2013
Mark Deimel tritt die Nachfolge von Michael Deimel an und übernimmt die Führung der Holzener Feuerwehr.



2013
Die Arnsberger Feuerwehr stellt sich organisatorisch neu auf. Die Stadtteileinheit Holzen bildet nun gemeinsam mit den Herdringer Kameraden den Basislöschzug (BLZ) 4 unter der Leitung von Karl-Josef Kückenhoff aus Herdringen.

Wir bedanken uns beim Arbeitskreis Ortsgeschichte für die tatkräftige Unterstützung bei der Erstellung unserer Chronik!