4.jpg
Letzter Einsatz: >Brandeinsatz - Unklare Rauchentwicklung im Freien! < am 24.03.2019 um 18:40 Uhr

Arnsberg. Wenn überall gefeiert und getrunken sowie mit Spannung der Jahreswechsel erwartet wird, beginnt für die Feuerwehr Arnsberg eine der einsatzstärksten Nächte des Jahres. Seit Jahren schon gibt es in der Silvesternacht viel zu tun, dem begegnet die Feuerwehr jetzt mit einem neuen Konzept. Insgesamt zwölf Feuerwehrleute aus der Stadt verzichten dazu auf ihr privates Vergnügen und stellen sich in den Dienst der Allgemeinheit. Wie so oft bei der Feuerwehr.

„Wir haben die Entwicklung der Einsätze über Jahre hin beobachtet“, sagt Rolf Hesse, Löschzugführer in Arnsberg. Eine Vielzahl von kleineren Einsätzen habe in den letzten Silvesternächten die hauptamtlichen Kräfte auf den Wachen gebunden. Und das häufig mit brennenden Mülltonnen, Hecken oder Bäumen, die oftmals durch Feuerwerkskörper entzündet wurden. In diesem Jahr soll es etwas anders werden: Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Arnsberg hat dazu zusätzliche Kräfte mobilisiert. „Es gibt erstmals zwei Silvesterbereitschaften“, erklärt Hesse. Je sechs Feuerwehrleute verbringen dazu den Jahreswechsel mit den Hauptamtlichen auf den Wachen in Neheim und Arnsberg.

Die Zusatzbereitschaft am 31. Dezember will unterstützen – und das rein freiwillig. „Wir haben in den Löschzügen nachgefragt und schnell motivierte Helfer finden können“, beschreibt Löschzugführer Hesse. Ihre Motivation, einige Stunden auf den Wachen zu verbringen? „Da ist Silvester ein Bereitschaftstag wie andere auch“, lacht Hesse. Feuerwehr sei eben Feuerwehr. An den Wachen in Neheim und Arnsberg läuft die spezielle Silvesterbereitschaft von 22 Uhr abends bis 2 Uhr am Neujahrstag. „Wenn bis dahin alle Einsätze abgearbeitet sind“, so Hesse. Profitieren könnten davon alle Arnsberger, denn die jeweils sechs Feuerwehrleute sind für den Erstfall schon an der Wache und müssen nicht mehr extra dort hinkommen.

 

Infobox

Einige Sicherheitstipps der Feuerwehr Arnsberg:

# An Silvester sollte nur zugelassenes Feuerwerk mit einer Prüfnummer der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) gezündet werden

# Feuerwerk sollte nur nach den angegebenen Vorschriften gezündet werden, bei Raketen muss auf Standsicherheit geachtet werden

# Feuerwerk sollte nicht unter Dächern oder Bäumen gezündet werden; das Abbrennen in der Nähe von Kirchen, Altenheimen, Krankenhäusern oder Fachwerkhäusern ist nicht erlaubt

# Zur Sicherheit von Haus und Heim sollten Fenster und Türen geschlossen werden und brennbare Gegenstände von Balkon oder Terrasse entfernt werden

 

Das Löschfahrzeug für die Silvesterbereitschaft steht schon in der Fahrzeughalle, und auch die Einsatzkleidung liegt dort bereit. Es soll schnell gehen, wenn über die Leitstelle in Meschede Einsätze gemeldet werden. Wenn es piepst rückt die Staffel mit Maschinisten, Gruppenführer und vier weiteren Helfern aus. Dass es auch in diesem Jahr dazu kommen wird, da ist sich Rolf Hesse von der Freiwilligen Feuerwehr Arnsberg ziemlich sicher. „Der gewissenhafte Umgang der Menschen mit Feuerwerk hat deutlich nachgelassen“, bemerkt der Feuerwehrmann. Und die alle Jahre erforderlichen Einsätze zwischen Weihnachten und vor allem an Silvester bestätigen das – leider.

Wenn es nicht die echten brennenden Kerzen an einem schon angetrockneten Tannenbaum sind, dann kann auch ein unbeaufsichtigter Adventskranz ohne feuerfeste Unterlage zur Ursache für einen Brand werden. „Die speziellen Einsätze zu Silvester beginnen mit dem Böllern so gegen 0 Uhr“, weiß Hesse. Kleine Einsätze will die Feuerwehr mit ihrer Silvesterbereitschaft abdecken, bei größeren Lagen, die es auch immer wieder gibt, funktioniert das normale System Feuerwehr. „Jeder Feuerwehrmann entscheidet auch in der Silvesternacht über seine Einsatzfähigkeit, viele trinken gar nichts und stehen wie so oft bereit“, sagt Hesse. Und auch wenn einige an dem Tag im Urlaub oder außerhalb der Stadt sind, sind die anderen besonders sensibilisiert. Die Einsatzstärke der Feuerwehr sei gesichert, bei entsprechenden Lagen werde so lange auch stadtübergreifend alarmiert, bis genügend Kräfte zusammen sind.

Jedes Jahr hofft Rolf Hesse zusammen mit seinen Kameradinnen und Kameraden aber, dass nichts Schlimmes passiert. Wer feiert und böllern will, solle die eigentlich selbstverständlichen Ratschläge beachten, die auch von der Feuerwehr schon seit Jahren kommuniziert werden (s. Kasten). Nein, ein Böllerfreund ist der Arnsberger Rolf Hesse nicht. Und er blickt gespannt auf die Situation heute Nacht, auch wenn er selber „nur“ ganz normal in Bereitschaft zum Helfen ist.

 

ZITAT:

„Seit Jahren haben wir es mit mehr Kleineinsätzen an Silvester zu tun!“ – Rolf Hesse, Löschzugführer aus Arnsberg"

 

Quelle:

Frank Albrecht

Westfalenpost Arnsberg

Westfälische Rundschau Arnsberg