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Letzter Einsatz: >technische Hilfe - Verkehrsunfall < am 14.12.2019 um 17:35 Uhr

Für die älteren Mädchen und Jungen ist die 24-Stunden-Übung eines der wichtigsten Termine in dem Terminplan der Arnsberger Jugendfeuerwehr. Am vergangenen Freitag und Samstag war es wieder soweit und 15 Jugendfeuerwehrleute über 16 Jahren aus dem ganzen Stadtgebiet trafen sich am Gerätehaus Arnsberg an der Ruhrstraße zur diesjährigen 24-Stunden-Übung.

„Für uns ist die 24h-Übung ein wichtiger Baustein für die Vorbereitung auf den aktiven Feuerwehrdienst für alle Jugendlichen ab 16 Jahren in der Jugendfeuerwehr“ erklärt Christian Karla, Stadtjugendfeuerwehrwart in Arnsberg, den Stellenwert dieser ungewöhnlichen Übung. „Wir wollen so die älteren Jugendlichen an den aktiven Feuerwehrdienst heranführen, die Chance nutzen mit nicht alltäglichen Übungen die Ausbildung auszuweiten und den Zusammenhalt auf Stadtebene stärken.“

Während dieses Feuerwehrdienstes müssen die Jugendlichen rund um die Uhr verschiedene und ihnen unbekannte Übungsszenarien abarbeiten und so das bereits erlernte Wissen anwenden. Ein weiterer Teil stellte in diesem Jahr die Ausbildung an Sonderfahrzeugen und -geräten dar.

Los ging es am vergangenen Freitag um 18 Uhr. Jedoch blieb den Jugendlichen nicht viel Zeit, denn kurz nach der Gruppeneinteilung erfolgte die erste Alarmierung. Die Einsatzfahrt führte zum Haupthaus der Firma Grüne Mineralöle, wo ein Betriebsunfall mit einer auslaufenden unbekannten Chemikalie und einer verletzten Person simuliert wurde. Diese sogenannte GAMS-Lage (Gefahr erkennen, Absperrmaßnahmen durchführen, Menschenleben retten und Spezialkräfte alarmieren) war für viele neu und zeigte, dass der Feuerwehrdienst ein breites Spektrum abdeckt.

Nach diesen neuen Erfahrungen wurde das Nachtlager im Gerätehaus an der Ruhrstraße hergerichtet und das Abendessen stand auf dem Dienstplan. Dass die Nächte bei Feuerwehrleuten manchmal sehr kurz sein können, konnten die Teilnehmer dann in der folgenden Nacht erfahren – gegen 01:20 Uhr riss der nächste Alarm alle Jugendlichen aus dem Schlaf. Die Alarmierung führte die Jugendlichen in das Waldgebiet beim Niedereimerfeld zu einer Personensuche. Nach der Lagebesprechung wurden vor Ort Suchtrupps gebildet und von der Einsatzleitung eingeteilt. Die vermisste Person konnte schnell gefunden und dem Rettungsdienst übergeben werden.

Aber auch danach war nicht an ausschlafen zu denken. Um 06:30 Uhr endete die Nacht mit einer Alarmierung zu einem Wohnungsbrand mit Menschenleben in Gefahr, der auch schon auf die angrenzende Böschung übergegriffen hat. Trotz der kurzen Nacht wurde am Übungsobjekt schnell eine Wasserversorgung zum nahegelegenen Gewässer aufgebaut, der umfangreiche Innenangriff unter Atemschutz vorgenommen und die vermissten Personen gefunden. Nach der obligatorischen Nachbesprechung wurden die Löschgruppenfahrzeuge wieder einsatzbereit hergerichtet und zum verdienten Frühstück ins Gerätehaus eingerückt.

Vor und nach dem Mittagessen konnten die Jugendlichen dann einen interessanten Einblick in die Arbeit mit Spezialgerätschaften und -fahrzeugen der Feuerwehr erhalten: Die praktische Ausbildung an der Drehleiter und dem Rüstwagen stand auf dem Dienstplan des 24-Stunden-Feuerwehrdienstes. Abschließend folgte dann die Alarmierung zu der umfassenden letzten Übung, bei der die Jugendlichen noch einmal ihr Erlerntes zeigen konnten. An der Sekundarschule in Arnsberg wurde ein Feuer gemeldet, wobei auch zwei zündelnde Kinder gesehen wurden. Nachdem die Kinder gefunden und die Wasserversorgung von der angrenzen Ruhr aufgebaut wurde, war das Feuer schnell unter Kontrolle und somit auch dieser Einsatz erfolgreich beendet.

 

Am Ende dieses langen und erlebnisreichen Feuerwehrdienstes kamen alle Beteiligten noch einmal zur Abschlussbesprechung im Gerätehaus Arnsberg zusammen. Christian Karla zog ein absolut positives Fazit und dankte allen teilnehmenden Jugendlichen sowie den Ausbildern, die sich um die Vorbereitung und den reibungslosen Ablauf gekümmert haben. Ein besonderer Dank ging an Thomas Zimmerling vom Löschzug Arnsberg, der sich herausragend um das leibliche Wohl während der diesjährigen 24-Stunden-Übung gekümmert hat.

Alle Jugendlichen die nicht vor der nächsten 24-Stunden-Übung in den aktiven Dienst übernommen werden, wollen auch im nächsten Jahr an diesem Übungsdienst teilnehmen.